Kathrin Stainer-Hämmerle

Politik- und Rechtswissenschaftlerin

Die Fachhochschulprofessorin ist in Lustenau aufgewachsen, hat in Innsbruck zunächst das Studium der Politik- , im Anschluss auch jenes der Rechtswissenschaften erfolgreich absolviert und lehrt seit über acht Jahren an der Fachhochschule Kärnten. Als Politik-Expertin hat sie sich über Fernseh- und Radioauftritte, Zeitungskolumnen, öffentliche Diskussionsveranstaltungen sowie Vorträge im deutschsprachigen Raum einen Namen gemacht. Sie gilt als klare Analytikerin, die sich nicht davor scheut, die Dinge – wenn nötig zugespitzt – beim Namen zu nennen.

Dass sich Kathrin Stainer-Hämmerle in der wohl turbulentesten Zeit für eine Politikwissenschaftlerin – nämlich im bundesweiten Wahlkampfendspurt und zu Beginn eines neuen FH-Semesters – mit uns zum Interview getroffen hat, freut uns besonders. Zwischen ihrem Vortrag beim Bürgermeisterforum in Zwischenwasser und einem Besuch ihrer Mutter in Dornbirn hat die Politik-Expertin geduldig unsere Fragen beantwortet und offen aus ihrem Leben erzählt:

Titelfoto: Sissi Furgler

Zielstrebiger Dickschädel

Denn wenn die Ende 40-Jährige etwas will, dann tut sie es auch mit ganzem Einsatz. Das wird schnell klar. In ihrer Zeit als kleines Mädchen habe sich das noch in einer gewissen Sturheit und Eigensinnigkeit bemerkbar gemacht: „Ich hätte mich selbst nicht gerne als Tochter gehabt“, lacht sie, „ich war ein richtiger Dickschädel – aber zu meiner Zeit haben Frauen einen solchen einfach auch stärker gebraucht, um sich durchzusetzen“. Daraus habe sich dann im Lauf der Zeit wohl ihre Zielstrebigkeit entwickelt, analysiert Kathrin Stainer-Hämmerle. Inzwischen sei sie jedenfalls älter, kommunikativer und umgänglicher geworden. „Ich war nie rechthaberisch, weil ich selbst die Autonomie derart für mich selbst beansprucht habe, dass ich das auch jedem anderen zugestehen wollte und niemandem meinen Willen aufzwingen wollte.“ Genauso konsequent sei sie als Jugendliche ihren Weg gegangen, „ohne wirklich zu wissen, wie der eigentlich aussehen soll. Ich hatte viel Glück in meinem Leben, und immer wieder haben sich Möglichkeiten aufgetan, die ich dann auch gerne in Anspruch genommen habe. Ich bin kein ängstlicher Mensch. Nie gewesen. Offen und neugierig. Was mir fehlt, ist das Häusliche. Und Sitzfleisch: Sobald ich etwas erreicht hatte, habe ich schon wieder das nächste gesucht. Ein neues Ziel. Eine neue Herausforderung“.

Weiberhaushalt mit Mann am Herd

Kathrin Stainer-Hämmerle ist in Hohenems geboren worden und in Lustenau aufgewachsen – in einem „Weiberhaushalt“, erzählt sie: „Da waren meine Mama, meine ältere Schwester und ich. Und dann war noch die Oma bei uns im Haus. Und die hatte schon ein ziemlich unkonventionelles Leben geführt, sie war immer sehr freiheitsstrebend und gesellig. Meine Mutter, also ihre Tochter, war ein lediges Kind.“ Kathrin Stainer-Hämmerles Vater, der im vergangenen Jahr verstorben ist, war Musiklehrer und Musiker und als solcher am Abend auf Proben und Konzerten: „Ich selbst habe auch sehr viel und gerne Musik gemacht, war auch viel mit meinem Papa unterwegs. Durch die Proben und Musikveranstaltungen war er am Vormittag zu Hause bei uns Mädchen, während unsere Mama im Büro gearbeitet hat. Der Papa war Jahrgang 1921 und damit natürlich noch vom alten Schlag, hat dann aber auch gerne mal für uns gekocht – oder wohl eher die Küche verwüstet“, schmunzelt sie, „für unsere Mama war es bestimmt mehr Arbeit, das alles wieder aufzuräumen, als rasch noch selbst zu kochen. Aber für mich als Kind war der Papa einfach da. Es war schon eine etwas andere Konstellation bei uns zuhause. Naja“, schränkt sie ein, „vielleicht nicht so sehr aus Überzeugung, sondern einfach mehr aus der Lebenssituation heraus…“.

Großzügiges, aber konservatives Vorarlberg

Da Vater Erich Hämmerle nicht nur Musiklehrer in Vorarlberg und in der Schweiz war, sondern auch Kapellmeister in Lustenau, Bezau und Schaan (FL), zudem lange Zeit stellvertretender Landeskapellmeister, kannte ihn fast eine ganze Generation im Land. „Dadurch stand auch ich als eine seiner Töchter sehr genau unter Beobachtung“, erzählt Kathrin Stainer-Hämmerle: „Das habe ich vor allem als jungen Mädchen gespürt. Egal, wann ich heimgekommen bin, immer hat irgendwo ein Vorhängle gwackelt….“ Daraus hat sich ein durchaus zwispältiges Verhältnis zu Vorarlberg entwickelt. Zum einen hat sie als Gymnasiastin die Jazzszene in Lustenau als „herrlich“ erlebt, „außerdem war man im Land doch recht großzügig: Anders als ich es beispielsweise in Tirol erlebt habe, ist man uns Jugendlichen in Vorarlberg sehr entgegen gekommen, als wir uns etwa beim Bürgermeister für einen Jugendtreff in unserer Gemeinde stark gemacht haben“. Auf der anderen Seite hat sie gerade als junges Mädchen Vorarlberg als ziemlich intellektuellenfeindlich und konservativ erlebt: „Im Musikverein hat man von den Mädchen nach einer Probe erwartet, in die Küche zu gehen und den Kartoffelsalat zu richten, und die Kerle haben ganz selbstverständlich ihr Kartenspiel ausgepackt. Da musste ich mich schon immer wieder dagegen wehren.“

Zwänge waren mir immer schon zuwider

Kathrin Stainer-Hämmerle hat sich auch in ihrer Schule gegen so einiges gewehrt, unter anderem hat sie sich geweigert, den klassischen „Mädchen-Handarbeitsunterricht“ zu besuchen: „Nicht weil ich nicht gerne gestrickt hätte – ich habe das gerne getan, meine Oma war ja Schneiderin. Aber die Lehrerin wollte nur so klassische Faltenröcke nähen. Da bin ich zum Direktor gegangen und habe darum gebeten, mit den Burschen Knabenwerken zu dürfen. Meine Schulfreundin und ich waren dann auch tatsächlich die ersten Mädchen an der Schule, die gewechselt haben. Da ging es mir wirklich nur ums Prinzip. Denn ich hatte ja sehr wohl das Recht, mir das auszusuchen. Und diese Trennung, dieses du-musst-das-machen-weil-du-ein-Mädchen-bist, war mir zuwider. Ich möchte nicht wissen, wie meine Schulkarriere verlaufen wäre, wenn ich nicht so verständnisvolle Lehrer am BORG Dornbirn-Schoren gehabt hätte….“ Kathrin Stainer-Hämmerle war dennoch eine gute Schülerin, sie habe sich einfach leicht getan, sagt sie. „Dennoch bin ich nicht wahnsinnig gerne in die Schule gegangen. Mir waren die Zwänge einfach immer schon zuwider. Meine Tochter beispielsweise geht jetzt auf eine Schule, in der man Uniformen trägt. Ich wäre damals in ihrem Alter lieber Analphabetin geblieben, als so etwas anzuziehen“, lacht die heutige Uni-Professorin.

Ein große Leidenschaft von Kathrin Stainer-Hämmerle: Reisen – wie hier nach Israel. 

Abgewiesen wegen Kleinkind

Kathrin Stainer-Hämmerle hat während ihres zweiten Studiums geheiratet und hatte gerade eine einjährige Tochter, als sie sich im Jahr 2001 zum Gerichtsjahr in Innsbruck anmelden wollte. „Da haben mir die Zuständigen doch wirklich klar zu verstehen gegeben, dass das mit einem Kleinkind unmöglich sei. Ich war richtig perplex und dachte: Na dann habt mich doch einfach gern! Ich war richtig frustriert, weil ich bisher immer etwas zu tun hatte: Ich habe beispielsweise nach meinem ersten Studium, als Heide Schmidt 1993 das Liberale Forum gegründet hat, beim Aufbau der Strukturen dieser neuen Partei mitgeholfen und habe dort rund drei Jahre lang die Politik als Landesgeschäftsführerin auch von ihrer aktiven Seite aus miterlebt. Dann, während meines zweiten Studiums habe ich hochschwanger meine letzten Prüfungen gemacht, in meiner Karenz noch meine Diplomarbeit fertig geschrieben und mein Studium abgeschlossen.“

Als Kathrin Stainer-Hämmerle also in den Tagen nach ihrer ernüchternden Erfahrung bei der Anmeldung zum Gerichtsjahr in der „Tiroler Tageszeitung“ blätterte, stieß sie zufällig auf ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Peter Filzmaier. „Damals hat ihn ja noch kaum einer gekannt“, erzählt sie. „Er hat in diesem Gespräch auch von seinen Plänen erzählt. Und das hat danach geklungen, als ob er eine helfende Hand gut gebrauchen könnte. Ich habe ihn dann einfach angerufen.“ Noch am selben Nachmittag hat Kathrin Stainer-Hämmerle einen Rückruf mit der Zusage bekommen, als wissenschaftlicher Mitarbeiterin engagiert zu sein. „Diese Zusammenarbeit hat mein Leben ziemlich verändert.“

Niemals nur Beiwagerl sein

Drei Jahre später hat sich nämlich aus dem Institut in Klagenfurt, an das sie die Zusammenarbeit mit Peter Filzmaier unter anderem hingeführt hat, eine Fakultät entwickelt. Das war vor über 13 Jahren. Seither lebt und lehrt Kathrin Stainer-Hämmerle in Kärnten – zunächst an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt und seit 2009 an der Fachhochschule Kärnten . „Ich habe das Gefühl, nie die Uni verlassen zu haben. Auch wenn ich jetzt auf der anderen Seite stehe. Ich habe mich schon als Jugendliche auf mein Studium gefreut, habe sehr gerne studiert und unterrichte jetzt auch leidenschaftlich.“ Gemeinsam mit ihrer Tochter – von ihrem damaligen Mann hatte sie sich in der Zwischenzeit getrennt – hat sie sich dort einen neuen Lebensmittelpunkt aufgebaut „ – übrigens mit einem Tiroler Journalisten an meiner Seite, den ich gleich mit importiert habe“, schmunzelt sie.

Drei Generationen

Drei Generationen; ©Kathrin Stainer-Hämmerle

Bis heute ist Kathrin Stainer-Hämmerle ihrer Großmutter und ihrer Mutter dankbar, dass sie ihr mitgegeben haben, wie wichtig es ist, auch auf eigenen Beinen stehen zu können. „Ich war auch nie ein typisches Beiwagerl, diese Rolle hätte ich nie ausgehalten. Ich habe mich nie eine Stufe herab gestellt, um Männern zu gefallen.“ Bei ihren Studentinnen – also schon wieder einer ganz anderen Generation – erlebt sie das schon wieder etwas anders: „Ich erkenne da durchaus wieder Tendenzen, dass die Frauen davon sprechen, zuhause bleiben zu wollen. Zuhause bei ihrem Mann, der das Geld nachhause bringt. – Auch weil sie den Druck sehen, den ihre Mütter hatten. Was hier unterm Strich aber bleibt, ist eine Abhängigkeit. Man glaubt zwar im Moment, man kann sich ein schönes Leben einrichten – und das tun die jungen Mädchen heute sicher stärker als die Generation meiner Mutter, die gemeint hat, sie muss den perfekten Haushalt führen. Aber irgendwann merken die meisten halt dann auch, dass ohne eigenes Einkommen keine Eigenständigkeit und keine Aussicht auf eigene Pension in Sicht sind.“ In der Erziehung ihrer Tochter habe Kathrin Stainer-Hämmerle deshalb stets versucht, ein Gleichgewicht zu vermitteln zwischen der Fähigkeit, auf eigenen Beinen zu stehen und der Fähigkeit, Vertrauen in Menschen zu haben.

Die Expertin und Langdenkerin

Frauen, die auch öffentlich als Politikexpertinnen auftreten wollen – oder auch können, sind rar. Kathrin Stainer-Hämmerle empfand daher ihre Chance als gar nicht so klein, einmal einen Fuß in die Medienlandschaft zu setzen: „Man muss sich dann aber halt auch trauen, etwas zu sagen und gute Arbeit leisten!“ Die Politikwissenschaftlerin ist just in der Zeit nach Kärnten gekommen, als die dortige Landtagswahl die von vielen als beendet vermutete Ära Jörg Haiders verlängerte. „Und weil Peter Filzmaier zu dieser Zeit an die Donau-Uni in Wien weiter gezogen ist, war eben nur noch ich da, auf den die Medien im Land zurückgreifen konnten. Und ich habe mich getraut. Und bin geblieben. Ich war bereit, öffentlich etwas zu sagen, ich war bereit, zuzuspitzen. Das macht dich natürlich in der Wissenschaft nicht so beliebt, aber in der Medienlandschaft umso mehr. Mein Partner sagte neulich zu mir: „Du warst die erste Frau in diesem Job, die Vorreiterin. Das kann dir niemand mehr nehmen.“

Kathrin Stainer-Hämmerle bei einem ihrer Vorträge; Foto: ©Kathrin Stainer-Hämmerle

Kathrin Stainer-Hämmerle bei einem ihrer Vorträge; Foto: ©Kathrin Stainer-Hämmerle

Kathrin Stainer-Hämmerle empfindet es als „das größte Privileg“ in ihrem Beruf, über bestimmte Umstände auch einmal länger nachzudenken. „Das ist mir schon damals als Schülerin in meiner kurzen Zeit als Volontärin beim ORF zu kurz gekommen. Das war mir oft zu oberflächlich: Ich habe an einem Tag Geschichten gemacht, die am nächsten Tag niemanden mehr interessiert haben. Ich bin gerne länger an einer Sache dran, nehme auch furchtbar gerne eine Gegenposition ein – und sei es nur der Diskussion wegen, nicht einmal so sehr, weil ich dieser und jener Meinung wäre“, lacht sie und man nimmt es ihr sofort ab, wenn sie betont, dass es ihr Spaß macht, Probleme von verschiedenen Seiten aus durchzudenken, sich auch mit den Gegenargumenten auseinander zu setzen. „Mich belasten offene Entscheidungsprozesse überhaupt nicht. Da kommt mir die Wissenschaft sehr gelegen. Ich hatte immer den Anspruch an mich, zu vermitteln und zu erklären.“

Überblick bewahren

Um auf dem politikwissenschaftlichen Parkett trittsicher zu bleiben, muss Kathrin Stainer-Hämmerle natürlich möglichst viel an Information zusammentragen, ihr Medien- und Bücherkonsum sei sehr hoch. Gerade in Wahlkampfzeiten. Aber ihren Analysen gehen auch viele Gespräche, Besuche von Veranstaltungen und Diskussionen voraus: „Politikwissenschaft ist ja eine Sozialwissenschaft. Und ich analysiere äußerst ungern Politiker, von denen ich nicht zumindest einen persönlichen Eindruck gewinnen konnte. Das Theoretische gibt mir nur den Rahmen, bestimmte Dinge wieder einzuordnen. Ich kann damit die strategische Ebene beurteilen, also ob ein Vorgehen klug ist oder nicht. Und ich kann es von demokratiepolitischer Sicht her betrachten, also was gewissen Handlungen, Aussagen, Strategien für die Demokratie bedeuten.“

Von Anton Pelinka habe sie gelernt, dass Politikwissenschaft eben nicht Meinungswissenschaft ist. Auch wenn Kathrin Stainer-Hämmerle nicht dafür garantieren kann, dass sie ihr eigenes Ich als Bürgerin und Privatmensch immer außen vor lassen kann, so bemühe sie sich doch immer, sauber zu trennen: „Die, die sich schon über mich beschwert haben, haben meistens gemerkt, dass ich über alle gleich intensiv schimpfen kann“, lacht sie und wird gleich wieder ernst: „Mir ist durchaus bewusst, dass ich mit meinen Analysen auch öffentlich beeinflusse. Dieser Verantwortung bin ich mir bewusst, und ich gehe sorgsam damit um. Ich versuche die Sachverhalte immer unter dem Aspekt der Stärkung der Demokratie zu betrachten. Und dann ist es mir eigentlich egal, welche Partei da gerade einen Blödsinn macht! Ich genieße den Ruf, absolut nicht korrumpierbar zu sein. Weil ich immer so viel Geld ausgebe wie ich einnehme. Mal mehr, mal weniger. Ich weiß nicht, was man mir da geben müsste, um mich zu einer gefärbten Analyse zu verführen. Aber als Politikwissenschaftlerin dringt man in diese Sphären gar nicht vor“, denkt Kathrin Stainer-Hämmerle laut nach und lacht wieder: „Da hätte ich mir wohl einen anderen Job suchen müssen…“

Soziale Medien – Fluch und Chance

In den Neuen Sozialen Medien und im Internet generell sieht Kathrin Stainer-Hämmerle zum einen eine große Chance für nicht-demokratische Länder, „weil man Informationen veröffentlichen kann, die sonst unter die Zensur fallen würden. Für demokratische Länder hingegen bergen die Neuen Medien durchaus Gefahren. Es ist also ein zweischneidiges Thema. Da man das Rad der Zeit ohnehin nicht mehr zurückdrehen kann, stellt sich jetzt vielmehr die Frage, wie man damit umgeht.“ Und den Schlüssel zu einem guten Umgang sieht die Politikwissenschaftlerin eindeutig in der Bildung. Kathrin Stainer-Hämmerle selbst ist Vorsitzende der Interessengemeinschaft für Politische Bildung und tritt damit Österreich weit in einer Fachgesellschaft für die Stärkung politischer Bildung ein. Die Schwierigkeit liege nämlich nicht in den Sozialen Medien an sich, denn die seien lediglich eine weitere Technik, die wir nutzen: „Es beschleunigt nur gewisse Entwicklungen in der Gesellschaft, die es so oder so gibt. Es verstärkt Tendenzen, macht sie öffentlich sichtbar. Die Hauptgefahr für Demokratie ist aber diese Unsicherheit, die viele Menschen empfinden – meist nicht einmal begründet! Einfache Antworten auf viele Ängste finden diese Menschen in den Aussagen populistischer und radikaler Parteien. Und die tun sich sehr leicht, über Social Media das Ganze noch zu befeuern. Und da ist dann zwischen die-Wahrheit-ein-bisschen-Verdrehen und kompletter Lüge alles dabei! Bildung, Medienkompetenz und Quellenkritik sind Instrumente im Umgang damit.“ Die Gefahr, die Kathrin Stainer-Hämmerle beobachtet, gehe davon aus, dass gewisse Fakten und Tatsachen plötzlich nicht mehr außer Streit stehen: „Wenn zum Beispiel nicht mehr klar ist, ob jetzt ein Prozent Flüchtlinge die Kärntner Bevölkerung ausmachen oder zehn Prozent. Und das halte ich für ein ganz großes Problem. Auch für die Politik. Wenn die Ausgangslage in einem Land nicht mehr für alle dieselbe ist, dann wird es schwierig…“

Zudem macht sich nach Ansicht von Kathrin Stainer-Hämmerle auch ein gewisser Egoismus breit: „Jeder schaut zunehmend, dass es einem selbst gutgeht und achtet nicht mehr so sehr auf die Gemeinschaft. Die Lücken, die unter anderem durch die Abwesenheit von Religion und Moral entstanden sind, müssen wir wieder füllen. Und da könnte die Politik ansetzen. Nur leider ist sie noch nicht so weit. Eigentlich müssten alle an einen Tisch gezwungen werden, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Aber Politik hinkt der gesellschaftlichen Entwicklung immer ein ordentliches Stück hinterher. Aber ich bin grundsätzlich ein optimistischer Mensch und gehe davon aus, dass das gut gehen wird…“

Verfasst im Oktober 2017

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