SilviaMennel-Vögel

Meisterfloristin und Geschäftsinhaberin

Die Bregenzerwälderin sollte eigentlich – nach dem Wunsch ihrer Eltern – eine Lehre in einer Metzgerei machen. Die hat sie zunächst auch begonnen. Warum und wie Silvia Mennel-Vögel schlussendlich aber dann doch einen viel blumigeren Berufsweg eingeschlagen hat, hat die Floristin uns in der Woche des Valentinstages erzählt, an dem traditionell so viele Blumen verschenkt werden wie sonst an kaum einem anderen Tag im Jahr.

Bauernkind mit vier Geschwistern

Wann immer wir Schwarz-Schwestern in Hittisau im Bregenzerwald zu Besuch sind (und das ist, seit wir denken können, ziemlich oft), machen wir – wenn es sich irgendwie ausgeht – einen Abstecher in den „Elfenschuh“. Das kleine, aber feine Blumen- und Dekogeschäft gehört Silvia Mennel-Vögel, die sich unkompliziert und – anders als man es von einer „Elfenschuh“-Besitzerin vielleicht erwartet hätte – ganz und gar schnörkellos unseren Fragen stellt.

Silvia ist auf einem kleinen und einfachen Bauernhof in Müselbach im Bregenzerwald aufgewachsen. Sie und ihre vier Geschwister mussten auf dem Hof ordentlich mit anpacken, „dabei spielte es keine Rolle, ob Mädchen oder Junge – alle mussten im Haus und im Stall, beim Heuen und auf der Alpe im Lecknertal mithelfen“. Als Mädchen wollte Silvia Mennel-Vögel Köchin werden, und dann doch wieder Mechanikerin, dazwischen auch einmal Bäckerin, „mich hätte vieles interessiert, aber meine Eltern hatten ebenso viele Gründe, mir zu erklären, warum das alles nichts für mich wäre“. Ausgesucht haben sie für ihre Tochter schlussendlich eine Einzelhandelslehre in einer Metzgerei.

Von der Metzgerei in den Blumenladen

Silvia Mennel-Vögel bezeichnet sich selbst als einen sehr positiven Menschen und so hatte sie damals zunächst auch nichts dagegen, sich ihre Ausbildungsstelle in der Metzgerei zumindest einmal genauer anzusehen. „Anfangs hat es mir ja auch wirklich Spaß gemacht“, erzählt sie. Nach einem Dreiviertel Jahr hat sie die Lehre dann allerdings doch abgebrochen und – quasi zur Überbrückung – bei „Blumen Lang“ in Egg zu arbeiten begonnen. Dort arbeitete nämlich auch ihre älteste Schwester. „Der Chef bot mir dann eine Lehrstelle an, und so wurde ich einfach Floristin. Und irgendwann beschloss ich, ein eigenes Geschäft zu eröffnen“, erzählt Silvia Mennel-Vögel. So einfach. Eben ganz ohne Schnörkel. Verspielt und ganz entzückend hingegen ist die Atmosphäre in ihrem heutigen Blumenladen:

Geschichte und Märchen im Elfenschuh

Dass Silvia Mennel-Vögel ihr Blumengeschäft „Elfenschuh“ genannt hat, erklärt sich teilweise aus der Geschichte des Hauses und seiner Familie, die von einem Schuhmacher aus Hittisau abstammt. Zum anderen liegt dem Geschäftsnamen etwas Märchenhaftes zugrunde, wie die Floristin auf ihrer Homepage „Elfenschuh“ erklärt. Und nur so viel vorweg: Elfen werden in Sagen, Mythen und Märchen gerne als Hüterinnen der Blumen angesehen, weil diese als Naturwesen so eng mit den Pflanzen verbunden waren.

Kinder, Küche, Blumentopf

Etwas weniger blumig fällt dann Silvia Mennel-Vögels Beschreibung ihres Arbeitsalltags aus, denn die Florsitin ist nicht nur Geschäftsfrau sondern Mutter zweier Kinder: „Es ist eben wie es ist. Alles unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach. Als Frau bleibt immer dieselbe Arbeit, ob man nun daneben einer anderen Arbeit nachgeht oder nicht. Kochen, waschen, putzen… Das kennen wir ja alle. Dann die Kinder mit Hausaufgaben,… und der Zusatz ist dann das Geschäft. Wenn ich das Geschäft nicht im Haus hätte, würde das niemals funktionieren. So bin ich immer da. Für die Kinder und für die Kunden“. „Und“, fügt sie gelassen hinzu, „so läuft das jeden Tag. Manchmal besser, manchmal weniger gut.“ Die Tochter ist sieben Jahre alt und geht zur Schule, „sie ist schon sehr selbständig“. Der Sohn ist drei, er besucht einmal in der Woche die Spielgruppe. „Er könnte natürlich öfter gehen“, sagt Mama Silvia, „aber das möchte ich nicht. Ich glaube, dass es wichtig ist, dass die Kinder, wenn sie noch so klein sind, so viel wie möglich zu Hause sind – sofern man die Möglichkeit hat, so wie ich“.

Gartenmarkt und Blumenlädele

In Zeiten der Bau- und Gartenmärkte sowie des Onlinehandels spürt auch die Geschäftsfrau im Bregenzerwald die zusätzliche Herausforderung. Es werde immer schwieriger, sich zu behaupten „und es bleibt eine Herausforderung, immer wieder was Besonderes zu kreieren. Wir sammeln und verarbeiten – wenn´s die Zeit erlaubt – viel Naturmaterialien. Und so entstehen immer neue und spezielle Dinge“. Und die gibt es eben dann nirgendwo sonst zu kaufen. Als Floristin sei es besonders wichtig, sagt Silvia Mennel-Vögel, viel Liebe zur Natur, zu den Blumen und zu den Menschen mitzubringen, „denn nur so kann man wirklich Spaß an dieser Arbeit haben“. Dazu gehört auch, sich mit den einzelnen Pflanzen genauer auseinander zu setzen. „Margeriten zum Beispiel symbolisieren Freude und Harmonie, die Gerbera steht für Schönheit und Glück, die Tulpe für Liebe und Zuneigung und die Anemone symbolisiert Aufrichtigkeit, Wahrheit, Zärtlichkeit“. Es muss also nicht unbedingt die rote Rose am Valentinstag sein. „Ich finde“, sagt Silvia Mennel-Vögel, „dass jede Blume, die von Herzen geschenkt wird, ein Zeichen von Liebe und Anerkennung ist, egal welche Blume es dann schlussendlich ist“.
Und das gilt natürlich nicht nur für den Valentinstag…

Verfasst im Februar 2017

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