Nina Keck

Zertifizierte Personaltrainerin und Ernährungscoach

Die gebürtige Hohenemserin und Wahl-Höchsterin hat vor wenigen Monaten ihren langjährigen Job als Bankkauffrau aufgegeben und sich als Personaltrainerin selbständig gemacht. Ihre Leidenschaft, sich mit gesunder Ernährung und körperlicher Fitness auseinander zu setzen, gibt sie seither unter ihrem Firmennamen „figurbetont“ weiter: Die ehemalige „Miss Vorarlberg“ vermittelt in Kochkursen grundlegende Informationen über Nährstoffe und deren Auswirkungen auf das körperliche Wohlbefinden. In Workouts sowie in ganz persönlich abgestimmten und begleiteten Trainingseinheiten hilft sie den Menschen dabei, lang ersehnte Ziele zu erreichen.

Den Sprung in die Selbständigkeit empfindet Nina Keck als logischen Schritt in ihrem Leben: „Etwas nebenher zu machen, passt nicht zu mir“, erklärt sie. „Bei mir gibt es keine 90 Prozent sondern nur 120. Sonst mach ich es lieber gar nicht.“ Für unser „Schwarz auf Weiß“-Interview treffen wir Nina Keck in ihrem Zuhause in Höchst, das für sie mittlerweile auch Teil ihres Arbeitsplatzes geworden ist. Sie zeigt uns die frisch umgebaute Küche, in der sie experimentiert und anderen ihr Wissen vermittelt. „Dieser Ehrgeiz zeichnet mich einerseits aus“, erklärt sie weiter. „Es ist für mich selbst und für meine Mitmenschen allerdings nicht immer ganz einfach, weil ich mir hohe Ziele setze und mich dann auch von nichts und niemandem davon abbringen lasse. Mein Lebensgefährte, meine Familie und Freunden haben da manchmal schon ein bisschen daran zu knabbern…“

Titelbild: ©Frederik Sams

Aber die, die sie kennen, wissen das ohnehin schon längst: Denn ein kleiner „Sturkopf“ sei sie schon immer gewesen, erzählt Nina Keck. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester ist sie in Hohenems aufgewachsen. „Und meine Eltern hatten es nicht immer leicht mit mir“, schmunzelt sie. „Wir waren viel draußen. In meiner Nachbarschaft waren viele Jungs, wir haben mit Traktoren und Autos gespielt – ich war nie die klassische Puppenmama und Barbie-Spielerin. Ich habe das erst als Teenager abgestreift und mich ab da auch immer mehr für sogenannte Mädchensachen interessiert.“

Von der Bank auf den Laufsteg…

Nina Keck in der „Zimbapark“-Zeitung „vielfalt“ ; Foto: ©David Beger

Nina Keck in der „Zimbapark“-Zeitung „vielfalt“ ; Foto: ©David Beger

Von Beginn an geblieben ist ihr die Kontakt- und Kommunikationsfreudigkeit: „Die Zusammenarbeit mit Menschen hat mich immer schon interessiert, daher kam für mich nach der Schule ein Bürojob ohne Kundenkontakt auf keinen Fall in Frage“, betont sie. Nina Keck hat sich deshalb für eine Lehre zur Bankkauffrau entschieden und danach in ihrem Job viele Jahre lang eine beratende Tätigkeit ausgeübt.

Im Jahr 2010 hat eine ihrer Arbeitskolleginnen die damals 22-Jährige zur Misswahl angemeldet. „Und ich habe die Entscheidung, die Herausforderung tatsächlich anzunehmen, nie bereut“, erklärt sie rückblickend: „Im Gegenteil: ich habe sehr viel gelernt, etwa vor mehreren Menschen aufzutreten und vor Publikum zu reden. Für eine ernsthafte Modelkarriere hatte ich allerdings weder die Ambition, noch die Zeit oder die ideale Körpergröße für Modeschauen – da fehlen mir für den Laufsteg mindestens drei, vier Zentimeter“, lacht sie.

… und wieder zurück

Zudem wollte Nina Keck damals auch keinesfalls ihre Arbeit in der Bank aufgeben. „Ich habe immer sehr genau darauf geachtet, wo meine Fotos erscheinen, wo sie wie lange zu sehen sind und in welchem Zusammenhang. Das kann ich allen Neueinsteigerinnen in diesem Business auch nur raten: verzichtet lieber einmal auf ein paar Euros und verkauft euch dafür nicht selbst. Seht euch die Aufträge genau an!“ Alles in allem habe sie die Zeit rund um die Misswahl sehr genossen: „Ich habe ein paar schöne Aufträge bekommen und tolle Fotos gemacht.“

Nebenberufliche Trainerausbildung

Ein paar Jahre nach der Misswahl hat Nina Keck damit begonnen, intensiver Sport zu betreiben. „Ich habe mich daneben auch mehr und mehr mit gesunder Ernährung auseinander gesetzt. Und je tiefer ich in das Thema eingetaucht bin, desto mehr hat es mich interessiert. Ich war zuerst in einem Fitnessstudio, in dem ich zwar einen Sportplan bekommen habe, aber es war mir irgendwann dann zu wenig Input. Ich habe mich ziemlich unausgeglichen gefühlt und entschieden, mich selbst weiter zu bilden.“
Nina Keck hat nebenberuflich in München ihre Trainerausbildung absolviert, über anderthalb Jahre lang Wochenenden, Zeitausgleich und Urlaubstage investiert: „Um die Ausbildung abzuschließen, bin ich zeitweise jedes freie Wochenende nach Deutschland gefahren.“ Gleich danach hat sie die Ausbildung zum Medizinischen Fitnesstrainer und Personaltrainer in Konstanz angehängt sowie diverse Kurse im Bereich Ernährung absolviert.

Zwei Berufe sind einer zu viel

Die ersten Anfragen nach persönlichen Trainingseinheiten aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis haben nicht lange auf sich warten lassen. „Ich hatte eine Zeit lang zwei Jobs. Und ich wollte beide richtig machen. Nach vielen Wochen mit wenig Schlaf, langen Tagen, einer Hundertprozentanstellung bei der Bank und meiner beginnenden Trainer-Tätigkeit musste ich mich dann doch irgendwann entscheiden. Und das habe ich gemacht. Ich habe mich für die Selbständigkeit entschieden. Jetzt kann ich mich ganz auf eine Sache konzentrieren und das finde ich herrlich. Mein Partner hat mich dabei unterstützt und an mich geglaubt. Das hat mich zusätzlich motiviert.“

Auf Veränderungen flexibel reagieren

Inzwischen hat ihr „figurbetont“ zu wachsen begonnen: „Langsam, aber sicher und gesund. So wie es sein soll. Ein Anfang ist natürlich immer schwierig. Es ist nicht alles planbar und ich habe gelernt, auf Veränderungen flexibler zu reagieren. Gerade wenn man so intensiv mit den unterschiedlichsten Mensch zusammenarbeitet, gibt es nicht DIE eine Lösung, DIE eine Strategie! Das fängt bei den individuellen Voraussetzungen an, die die Einzelnen zum Coaching mitbringen und hört bei den Räumlichkeiten und unterschiedlichen Trainingsbedingungen auf, die wir in jedem einzelnen Fall zur Verfügung haben.“

Nina Keck; Foto: ©Aestetic Lights

Nina Keck; Foto: ©Aestetic Lights

Nina Keck bietet ihre Trainingseinheiten zum einen in ihrem Fitnessraum an, kommt aber auf Wunsch auch zu den Kunden nach Hause. „Auch da habe ich gelernt, flexibel zu sein. Ich bin noch immer am Anfang meiner Selbständigkeit und muss meine Wege manchmal umnavigieren, korrigieren und neu einstellen. Aufgrund meines Ehrgeizes habe ich mir im Umgang mit Niederlagen nicht immer leicht getan. Mittlerweile habe ich gelernt, auch daraus zu lernen. Ich nehme das, was mir nicht so gut gelungen ist, als Chance, mich weiter zu entwickeln. Ich habe akzeptiert, dass ich Sturkopf mir auch manchmal etwas sagen lassen darf“, lacht sie.

Fordern – nicht überfordern

Nina erhebt nicht nur sich selbst gegenüber gewisse Ansprüche, sondern ist auch anderen gegenüber ein fordernder Mensch. „Auch meinen Kunden gegenüber. Aber auch da bin ich inzwischen ein paar Schritte zurückgegangen. Jeder Mensch hat unterschiedliche Herangehensweisen, sein Ziel zu erreichen, jeder tickt anders und ich habe gelernt, genau hinzusehen.“ Die 30-Jährige macht selbst mindestens sechs Mal in der Woche Sport. Und das kann sie natürlich nicht von jedem verlangen. Sonst wird aus fordern schnell überfordern. „Und das ist ja nicht Sinn der Sache. Es ist eine intensive Zusammenarbeit, die jedes Mal anders ist. Jeder Mensch, der zu mir kommt, ist unterschiedlich und hat verschiedene Ansprüche. Das ist so spannend, es wird nie langweilig. Ich begleite die Menschen, nehme sie an der Hand. Eine spannende Entwicklung. Auch für mich selbst!“

Rund um die Uhr engagiert

Um auch sich selbst nicht zu überfordern, nimmt sich die Personaltrainerin hin und wieder ein, zwei Tage Zeit, an denen sie sich erholen kann. Aber das Verhältnis Arbeit – Freizeit habe sich noch nicht eingependelt: „Dafür ist meine Selbständigkeit noch zu jung. Das heißt, ich arbeite auch viel am Wochenende, an den Feiertagen. Ich habe das Glück, dass mein Lebensgefährte selbst auch sehr ambitioniert ist, viel arbeitet, selbst Modeljobs neben seinem Beruf macht, viel unterwegs ist und es daher versteht, wenn ich wieder einmal bis spät in die Nacht arbeite. Da haben wir glücklicherweise sehr viel Verständnis füreinander, sonst würde das ja gar nicht funktionieren…“
Umso mehr genießt es das Paar dann, wenn die beiden zwischendurch einmal gemeinsam fein essen gehen oder bei einem Wellnesstag entspannen. „Wir arbeiten eben gerne. Und mit Leidenschaft. Ich bin deshalb auch immer für meine Kunden da, sie können mich anrufen, wenn sie Rat und Hilfe brauchen. Gerade was meine Aufgabe als Ernährungscoach betrifft, bin ich fast rund um die Uhr erreichbar. Mit manchen Kunden habe ich täglich Kontakt.“

Abnehmen, Fitwerden, Liebensstil-Ändern

Die meisten von Ninas Kunden haben durchaus schon eine Hemmschwelle überwunden, wenn sie mit der Personaltrainerin Kontakt aufgenommen haben, um einen ersten Termin mit ihr zu vereinbaren. „Manche sehen mir vorher monatelang auf meinen Social Media-Kanälen zu, bevor sie sich dann aufraffen. Dann wissen die meisten aber auch schon, dass ich auch etwas fordere, wenn sie einmal da sind: Mitmachen und ehrliches Interesse nämlich!“
Die Menschen, die zu Nina Keck kommen, tun das aus den unterschiedlichsten Gründen. Manche wollen einfach gesünder leben oder abspecken, andere wollen fitter werden, wieder andere versuchen schon seit längerem, ihren Körper zu formen, brauchen einen „Feinschliff“ und schaffen es alleine nicht. „Viele sind sich bewusst, dass sie ihren Lebensstil – vor allem ihre Ernährung – langfristig ändern müssen, um gesund zu bleiben.“

Trends kommen und gehen

Deshalb haben Diäten nach Ansicht von Nina Keck auch nichts mit gesunder Ernährung zu tun. „Ich begleite die Menschen dabei, sich irgendwann selbstständig gesund ernähren zu können.“ Die Personaltrainerin hat unter anderem bei einer Biologin gelernt, die sie auch heute noch gerne um Rat fragt. „Sie hat einmal zu mir gesagt, dass die Trends in Wellen kommen und wieder gehen, nach denen darf man sich nicht orientieren. Und das ist tatsächlich so. Natürlich gibt es neue medizinische Entdeckungen und das Wissen wird laufend aktualisiert. Aber die Basics sind dieselben. In der Ernährung. Im Sporttraining. Man liest so viel Blödsinn, der verunsichert. Und immer wieder tauchen seltsame Diäten und Wundermittelchen im Internet auf.“ Und wenn sich Nina Keck selbst doch einmal nicht mehr ganz sicher ist, ruft sie ihre ehemalige Lehrerin an. „Das schätze ich sehr, das gibt mir dann auch die Sicherheit, dass es passt, was ich mache.“

Weibliche Personaltrainer selten

Nina Keck hat gemerkt, dass sie als Frau einen großen Vorteil in der Branche genießt, weil diese nach wie vor noch sehr männerdominiert sei. „Vor allem viele Kundinnen wünschen sich eine Frau als Personaltrainerin, und die sind gerade in Vorarlberg noch selten. Ich kann mich gut in andere Menschen hineinversetzen“, erklärt sie selbstbewusst, „und das schätzen vor allem meine Kundinnen sehr. Empathie ist eine wichtige Voraussetzung für meine Arbeit, das kann ich mittlerweile mit Sicherheit sagen. Denn es läuft nicht immer so wie es soll, es gibt Rückschläge, mit denen die Menschen umgehen müssen. Und ich bin dann da, um sie im richtigen Moment aufzufangen, zu motivieren und wieder aufzubauen. Ich mache mit ihnen eine herausfordernde Reise mit.“

Was ihre eigene, berufliche Reise betrifft, möchte Nina Keck als Personaltrainerin in näherer Zukunft auch über die Vorarlberger Grenzen hinaus einen gewissen Bekanntheitsgrad erreichen. Und sie wünscht sich, dass auch mehr ältere Menschen den Weg zu mir finden: „Ich bin über Social Media (hier geht’s zu Ninas Instagram-Account) zwar einem breiten jungen Publikum bekannt, erreiche aber die Älteren im Vergleich dazu noch zu wenig. Und das finde ich sehr schade.“

Verfasst im Mai 2019

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